Erstmals wurde in Deutschland ein Angeklagter wegen unerlaubten Freischaltens eines gesperrten Smartphones vor Gericht verurteilt. Der Mann kam mit einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe davon.

In der Vergangenheit hatte der Angeklagte mehrfach SIM-Karten von Handys freigeschalten, die als gesperrt galten. Noch ist das Urteil, das am Donnerstag vom Amtsgericht Göttingen ausgesprochen wurde, nicht rechtskräftig, denn der Verteidiger des Angeklagten gab an, gegen das Urteil zu Berufen und sich an eine höhere Instanz wenden zu wollen.

In der richterlichen Begründung für den doch recht harten Urteilsspruch hieß es, dass der Angeklagte mit seinen Handlungen eine “strafbare Datenveränderung” vorgenommen hätte. Dies berichtete die deutsche Nachrichtenagentur dpa.

SIM-Lock-Sperren werden von Mobilfunkbetreibern bei Vertragsabschlüssen eingerichtet, um die Nutzung des Smartphones oder des Handys in anderen Netzen zu günstigeren Konditionen zu unterbinden. Wer diese Zugangssperre nicht akzeptiert, macht sich strafbar, meinte auch der Richter. Die Verteidigung sah dies freilich ein wenig differenzierter und sieht in der Beseitigung des Locks lediglich ein  Umgehen des “Nutzungshindernisses”.

Derweil gab die Göttinger Staatsanwaltschaft an, dass man mit dem Urteil, das sich als richtungsweisend erweisen könnte, auch weitere SIM-Lock-Knacker vor Gericht bringen wolle, um diese strafrechtlich zu Verfolgen.

Während die Entfernung oder das Aufheben der SIM-Locks in Deutschland und anderen Ländern Europas verboten ist, stellt sie in Österreich keine strafbare Handlung dar und wird in der Alpenrepublik auch nicht strafrechtlich verfolgt.

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